In der diesjährigen Fasten- und Osterzeit finden Sie auf dieser Seite geistliche Impulse, Gedanken und Gebete an den Sonn- und Festtagen.
Zum Aschermittwoch
Haben Sie schon einmal von Phönix aus der Asche gehört…? Er ist ein Sagenvogel, der aus Asche wiederersteht. Die Asche ist ein Pulver aus totem Stoff, der einmal existent war. Wir Christen bekreuzigen uns heute am Beginn der Fasten- und Passionszeit damit. So beginnt unsere Vorbereitung äußere und auch innere Vorbereitung auf das nahende Osterfest.
Der fehlerhafte Mensch in uns starb mit Jesus am Kreuz. Doch genauso wie Er an Ostern auferstand, werden auch wir mit und bei ihm neu leben können und sein ewiges Leben erhalten. Das ist keine Sage, sondern unsere Gewissheit – daran erinnert uns die Asche!
Gebet zum Aschermittwoch:
Herr Jesus Christus,
am Kreuz hast Du für mich gelitten und bist gestorben,
damit ich mit Dir für immer leben darf.
Segne mich am Beginn dieser heiligen Zeit
und beschütze alle Menschen,
die heute das Zeichen der Asche tragen.
Lass mich erkennen,
dass aus ihr nicht mein Ende sichtbar wird,
sondern mir durch sie ein neuer Anfang geschenkt ist.
Amen.
Text und Gebet: Kaplan Tommy Reißig
Bild: Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de
Zum 1. Fastensonntag - Invocavit
♣ Zur musikalischen Einstimmung bitte online anhören: Ouvertüre von „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner [1843] ♣
Ein sehr von Emotionen durchwirktes Stück ist diese romantische Oper aus der Feder von Richard Wagner aus dem Jahr 1843. Es ist die Ouvertüre von „Der fliegende Holländer“. Sie ist die erste Oper, die Wagner vervollständigt hat und die auch die religiöse Frage seines Lebens behandelt: „Wie kann Erlösung geschehen?“
Das ist eigentlich eine abstrakte Frage zunächst, die sehr konkret wird. Was löst mich von meinen Fesseln, von meiner Angst, von meiner Sorge? Probleme und Fragen haben wir alle im Leben. Sie mögen unterschiedlicher Art und Qualität sein, aber doch real. Es ist die gleiche Not, die die Hebräer in der Fremde verspürt haben. Dort heißt es nämlich im Buch Exodus:
»Als Mose und Aaron vom Pharao weggegangen waren,
schrie Mose zum HERRN um Befreiung von der Froschplage, die er über den Pharao gebracht hatte.«
Die Froschplage ist eines der Sinnbilder für eine große Not über die Menschen in unterschiedlicher Ausprägung – für die Israeliten war es die Unterdrückung durch die Ägypter; für die Ägypter war es die plötzliche Strafe der Natur. Und Mose ruft nun zu Gott, wann es endlich für beide Seiten gut wird; also Befreiung der Menschen aus ihren Fesseln geschieht.
Der Holländer in Wagners Stück, der seinen Sagenursprung im 17. Jahrhundert hat, ruft ebenso nach dieser Erlösung, aber im ganz menschlichen Sinn und nicht nach Gott. Der Geisterkapitän, dessen Idol der niederländische Seefahrer Bernard Fokke ist, gerät durch eigene Schuld in einen Fluch. Bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes ist er verdammt, am Kap der Guten Hoffnung zu segeln. Es sei denn, er findet die Gnade der Erlösung. Alle sieben Jahr – in Wagners Oper – darf er an Land, um sich eine Frau zu suchen, die ihn wirklich und bedingungslos liebt. Erlösung wird hierin durch die Liebe verwirklicht.
Nun wissen wir aus unserem realen Leben, dass es nicht immer so einfach ist! Es gibt im Leben Gutes und Schlechtes – manchmal verschuldet und manchmal unverschuldet. Zudem gibt es Prüfungen, die sein müssen. Aber das gehört dazu!
Für mich ist dabei wichtig, wie ich mit der Situation und den Umständen umgehe:
Kann ich sie für mich annehmen? Oder muss ich sie ertragen lernen?
Hilft mir jemand in meinem Leben und bei meinem Leben, auch wenn gerade alles irgendwie schwierig ist?
Nun sind wir am Beginn der Fastenzeit. Eine Zeit, die mich beschränkt und mich besinnt. Eine Zeit, die keine große Freude ausstrahlt; eben eine Zeit der Lebens(über-)prüfung! Das fällt mir nicht leicht, aber muss zu gewisser Zeit sein. Da geschieht eine Reflexion des eigenen »Ich«. Und ich möchte Sie ganz besonders in dieser Zeit einladen, sie gut für sich zu nutzen… Einer ist auf jeden Fall bei Ihnen in dieser Zeit, Jesus Christus!
Impuls: Kaplan Tommy Reißig
Bild: Katharina Wagner, in: Pfarrbriefservice.de
Zum 2. Fastensonntag - Reminiscere
Wie viele Sterne können wir eigentlich in einer klaren Nacht am Himmel mit dem bloßen Auge betrachten? – Haben Sie einen Tipp?
Es sind auf jeden Fall sehr, sehr viele. Sie leuchten in der dunklen Nacht und geben ihr einen Glanz. Sie erhellen das Düstere, das uns Menschen Angst machen kann und uns bedrängt. Und sie geben uns eine Orientierung.
Für die Menschen aller Zeiten waren diese Sterne mit einer Faszination begleitet und wurden bewundert. Auch der Patriarch Abraham und seine Sippe kannten den Sternenhimmel. Darum knüpft Gott mit Seiner Verheißung an Abraham an dieses astronomisch bekannte Phänomen des Abendhimmels an, damit der Erzvater daran glauben kann (Gen 15,5bcd):
»Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst!
Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.«
So unglaublich und scheinbar unendlich die Zahl der Sterne ist, ist auch Gottes Güte und Erbarmen mit uns Menschen, wenn wir uns an Ihn wenden und auf Ihn vertrauen. Er lässt uns nicht alleine, gerade auch in dieser Bußzeit, wenn wir uns wieder neu auf Ihn, auf uns selbst und auf den Dienst und die Fürsorge an unsere Mitmenschen ausrichten lassen.
Und wenn Sie das nicht so richtig glauben können, gehen Sie bitte heute Nacht für einen kurzen Moment vor die Haustüre und schauen zum Himmel hinauf! Und seien Sie gewiss, so wie Sie nach oben blicken, schaut Gott auch zu Ihnen hinunter…
Gebet mit dem Blick des Glaubens:
Gütiger Gott unseres Vaters Abraham,
seit es Menschen gibt, sind sie auf der Suche nach Dir
und schauen zum Himmel hinauf.
Du hast unserem Vater Abraham die Verheißung gegeben,
dass Du den vielen Menschen,
die auf Dich vertrauen,
immer wieder Deine Liebe und Deine Hilfe schenkst.
Erhöre auch mein Gebet in der Fastenzeit
und lass mich mit meinen Brüdern und Schwestern
weiterhin gut in diesen Tagen auf das Licht von Ostern
in der Dunkelheit und Ungewissheit dieser Zeit vorbereiten.
Amen.
P.S.: Es sollen etwa 3.000 bis 6.000 Sterne sein, die der Mensch mit bloßem Auge in der Nacht sehen kann… (Bjarne Kommnick, Universum: Wie viele Sterne gibt es insgesamt?, URL: https://www.merkur.de/wissen/sterne-gibt-es-insgesamt-weltall-galaxie-anzahl-zaehlen-universum-wie-viele-92362171.html, letzter Zugriff: 06.03.2025)
Text und Gebet: Kaplan Tommy Reißig
Bild: Doris Hopf, dorishopf.de, in: Pfarrbriefservice.de
Zum Josefstag - 19. März
Gebet zum heiligen Josef für Familien, Alleinerziehende und alle, die seine Hilfe brauchen:
Heiliger Josef von Nazareth,
als die Jungfrau Maria, deine Verlobte,
in großer Not war, weil ihr Kind von Gott kam,
und die Menschen ihn nicht erkannten,
hast Du zu ihr gestanden und sie als deine geliebte Frau angekommen.
Du hast sie nicht verlassen, sondern auf Gottes Plan für Dein Leben vertraut.
Du warst ein treuer Beschützer deiner Familie
und für uns ein Vorbild in der Hoffnung und im Glauben.
Als dein Lebensweg auf dieser Erde zu Ende ging,
gaben Maria und Christus dir deine Liebe zurück und empfahlen dich Gott an.
Wie du ihnen in der Not treu und beschützend warst,
waren sie dir nahe in den letzten Stunden.
Darum kommen auch wir jetzt zu dir und bitten dich um deine Hilfe:
Wir bitten dich für alle Kinder, die einsam und traurig sind.
Wir bitten dich für alle Frauen und Männer, die alleinerziehend sind.
Wir bitten dich für die Familien, die in großer Not sind.
Wir bitten dich für alle Paare, die ein Kind erwarten.
Wir bitten dich für alle, die keine Kinder bekommen können.
Und wir bitten dich für alle Menschen, die ein Kind verloren haben.
Wir bitten dich für unsere eigenen Familien,
für unsere Kinder und Enkelinder,
für unsere Eltern und Großeltern
und ich bitte dich ganz besonders auch für mich:
Gib uns deine Fürsprache bei Gott.
Er kennt deine Liebe und deine Treue zu den Menschen
und wird dein Gebet nicht vergessen.
Bitte unseren Gott, dass er in dieser Zeit besonders Seine Nähe zeigt
und dass er uns nicht alleine lässt in der Fastenzeit auf Ostern hin,
damit wir trotz aller Schwierigkeiten die Freude nicht verlieren.
Zeige auch uns, dass du unser Ziehvater im Glauben
und unser Beschützer bist,
o heiliger Josef von Nazareth.
Amen.
Gebet: Kaplan Tommy Reißig
Bild: Monika Erhard, in: Pfarrbriefservice.de
Zum 3. Fastensonntag - Oculi
„Da gibt es die Legende von einem Vogel, der in seinem Leben nur ein einziges Mal singt, doch singt er süßer als jedes andere Geschöpf auf dem Erdengrund. Von dem Augenblick an, da er sein Nest verlässt, sucht er nach einem Dornenbaum und ruht nicht, ehe er ihn nicht gefunden hat…“
-Colleen McCullough: Die Dornenvögel, Vorwort-
Ein Auszug ist es aus einer alten keltischen Sage über einen mythischen Vogel. Sicher haben einige bei diesen Zeilen den berühmten Film aus dem Jahr 1977 mit dem bekannten Schauspieler Richard Chamberlain im Kopf. Die Leidensgeschichte des Dornenvogels kann in uns zunächst Angst und Unbehagen auslösen. Im genauen Blick aber dann Zuversicht und Hoffnung geben. Der Vogel ist ein symbolträchtiges Bild für die Barmherzigkeit Gottes, die sich in Jesus so schmerzvoll zeigt. Doch die Legende nimmt ein überraschendes Ende…
„… Und wenn er im Gezweig zu singen beginnt, dann lässt er sich so darauf nieder, dass ihn der größte und schärfste Dorn durchbohrt. Doch während er stirbt, erhebt er sich über die Todesqual, und sein Gesang klingt herrlicher als das Jubeln der Lerche oder das Flöten der Nachtigall. Ein unvergleichliches Lied, bezahlt mit dem eigenen Leben. Aber die ganze Welt hält inne, um zu lauschen, und Gott im Himmel lächelt…“
Wir alle kennen solche Situationen im Leben, die dornig und struppig – ja, die im Augenblick aussichtlos erscheinen. Gerade dann scheine ich völlig alleine dar zu stehen, weil niemand mich verstehen will; weil niemand mitfühlen kann. Die Dornen des Leidens, der Krankheit, der Furcht… scheinen mich zu erdrücken und drohen mich zu ersticken. Aber ich kann einen bitten, mit mir in diesen Schmerz hineinzugehen – Jesus, den Gekreuzigten. Er wird gewissermaßen zum Dornenvogel. Am Kreuz überbietet er in völliger Liebe zu mir das legendarische Lied. Melancholie besingt die Nachtigall. Doch Jesu Liebe ist zu uns ist stärker! Fröhlichkeit erklingt am Morgen durch die Lerche. Aber Jesu Sieg am Ostermorgen ist kraftvoller! Gott „singt“ im Leiden Jesu die schönste Melodie für uns, die alle Erwartungen übertrifft. „Denn…“, so endet die Legende „das Beste ist nur zu erreichen unter großen Opfern.“
Noch etwas…: Und wenn Sie am heutigen Sonntag auch ein Zeichen in die Fastenzeit bringen wollen, dann singen oder summen Sie doch einmal Ihr Lieblingslied in der Vorfreude auf den Ostersonntag in genau vier Wochen!
Text: Kaplan Tommy Reißig
Buch zur Legende: Die Dornenvögel, übersetzt von Günter Panske, München 2008.
Bild: Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de
Zum Hochfest Verkündigung des Herrn - 25. März
Gebet zur Gottesmutter Maria für alle Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden, für die Erstkommunionkinder und Firmlinge und für alle Kinder und Jugendlichen:
Jungfrau Maria, du Mutter unseres Herrn Jesus Christus,
du bist ein Mensch wie wir und doch hat unser Gott dich auserwählt
Seinen Sohn in unsere Welt zu bringen.
Du kennst die Freude und die Dankbarkeit einer Mutter,
und doch sind Sorgen, Angst und Schmerz um das eigene Kind dir nicht fremd.
Auch wir sind deine Kinder und hoffen auf dein mütterliches Gebet bei Gott:
Wir bitten dich für alle, die sich in unseren Gemeinde ehrenamtlich
in unterschiedlicher Weise engagieren,
und die, die sich vielfältig für den Erhalt unseres Gotteshauses und der Gemeinschaft einsetzen
und den Gottesdienst mitgestalten und mitfeiern.
Ihren Dienst können wir oft nicht genug schätzen und danken,
darum richten wir uns mit deiner Fürsprache an Gott.
Wir rufen zu dir für unsere Kommunionkinder und Firmlinge,
die sich auf den Empfang dieser Sakramente nach Ostern vorbereiten:
Dass Gott ihnen auf ihrem Weg ein treuer Begleiter ist und sie Seine Nähe erfahren.
Dass sie liebe Menschen haben, die ihnen zur Seite stehen.
Und wir bitten dich für alle unsere Kinder und Jugendlichen:
Dass sie selbst ihre Berufung von Gott erkennen und sie annehmen dürfen.
Und dass auch sie – wie du beim Besuch des Engels Gabriel –
jederzeit zu Gott ihr Ja-Wort sprechen können.
Zeige ihnen allen und uns selbst deine mütterliche Liebe
und deinen bereitwilligen Schutz,
damit wir gut in den letzten Tagen dieser Fastenzeit
und unser ganzes Leben Christus entgegengehen.
Maria, du Mutter, dich wollen wir loben,
hier unten auf Erden, im Himmel dort oben.
Für uns Menschen mit den Engel und Heiligen inmitten
mögest du für uns Gott, den Herrn, nun bitten.
Amen.
Gebet: Kaplan Tommy Reißig
Bild: Katharina Wagner, in: Pfarrbriefservice.de
Zum 4. Fastensonntag - Laetare
Wo ist denn Ihr zu Hause?
Also ich meine nicht damit, wo Ihr Haus als Gebäude steht, sondern: Wo ist Ihre Heimat? Und fühlen Sie sich wohl?
Vielleicht ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten. Es gibt bestimmt mehrere Orte, an denen Sie sich geborgen fühlen. Zudem sind es mehrere Menschen, die Ihnen Geborgenheit geben. Und sicher sind auch Sie für Ihre Lieben so Ruhe- und Lagerplatz.
Für die Menschen biblischer Zeit war eines klar: Egal, wo ihr Haus steht; wo ihre Familie herkommt; wo sie sich wohlfühlen… Jerusalem ist der Ort, wo sie alle zu Hause sind. Denn nach der damaligen Vorstellung wohnte dort Gott. Auf dem Zionsberg in Jerusalem kann ich ihn finden und ihn begegnen. Dort ist meine eigentliche Heimat, wo ich mit anderen Gläubigen Gemeinschaft erleben kann. Hier bin ich geborgen!
Ich denke, die damalige Vorstellung ist weder falsch noch überholt. Auch wenn für uns Christen eine Pilgerreise in das Heilige Land nicht vorgeschrieben ist und wenn wir heute mehrere Orte haben, die wir als »heilig« bezeichnen, gibt es doch einen Ort, der für mich das heilige Haus ist: meine Heimatkirche. Dort wohnt Gott; dort erfahre ich Gemeinschaft und dort bin ich immer zu Hause.
Besuchen Sie heute oder in den nächsten Tagen Ihr heiliges Haus?
Bittgebet Deiner Kirchenbank:
Lieber, guter, treuer Gott,
nun bin ich heute ganz allein,
doch wünsche ich mir an meinem Ort,
sie würde wieder bei mir sein.
Die schöne, freundlich laute Stimme,
die ich sonntags gerne höre.
Die zu jedem Lied erklinge,
die auch bei schiefen Tönen mich nicht störe.
Ach, sie war doch immer wieder da,
nun fehlt sie oft im Kirchenjahr.
Dabei waren wir ein tolles Gespann,
sitzend schaut sie mich nur an:
Ich war ihr Stammplatz, keine Frage!
Ob Weihnachten, Pfingsten, ob die Kar- und Ostertage.
Nun vermiss` ich sie so sehr
und wünsche sie mir wieder her.
Ich möchte mir ihr feiern und zusammen beten,
denn sie kann man einfach nicht vertreten!
Ein anderer auf meinen Platz,
wär einfach nicht der richtige Ersatz.
Drum sag ich voller Sehnsucht nach Dir,
sei doch nächste Woche hier bei mir.
Komme wieder und ich bin voller Dank,
Deine geliebte und eingesessene Kirchenbank!
Gebet und Text: Kaplan Tommy
Bild: Walter Nett / Bistum Aachen, in: Pfarrbriefservice.de
Zum 5. Fastensonntag - Passionssonntag
Spätestens ab heute sind die Kreuze in unseren Kirchen verhüllt! Dunkle Tücher verdecken unseren Blick auf die sonst so schönen Kruzifixe, manchmal auch die Figuren und Bilder in den Gotteshäusern. Seit fünf Wochen befinden wir uns nun in der Fastenzeit, üben Geduld und Verzicht und bereiten uns innerlich auf das Osterfest vor. Nun sollen auch unsere Augen und Sinne fasten und Entbehrungen spüren. Denn heute beginnt die Passionszeit.
Es wird also ernst: Das Leiden des Menschen wird dadurch symbolisiert, dass ihm das Bekannte und Vertraute sichtlich greifbar genommen wird. All das, was ihn ausgemacht hat, wird ihm nun entwendet. Und man versucht, ihm die Gottesbeziehung zu rauben. Seine von Gott gegebene Würde wird ihm gestohlen. Doch das Kreuz und der Mensch an ihm sind noch da! Auch wenn ich Ihn nicht immer sehen kann in meinem Leben, bleibt er doch mitten unter uns. Er verschwindet nicht, auch wenn die Welt es mir vorgaukelt. Jesus ist und bleibt da! Und mit ihm ist Gott verhüllt bei den Menschen; seine Spuren scheinen immer wieder durch.
Auch wenn die Zweifel und Sorgen in meinem Leben bleiben, ob Er mir in dieser oder jener Situation und Not helfen kann, ist und bleibt er doch bei mir. Vielleicht scheint Gott verdunkelt und verhüllt, aber doch dahinter verborgen und gegenwärtig!
Halte ich diese Verdunkelung die nächsten Tage aus?
Gebet und Text: Kaplan Tommy
Bild: Klaus Herzog, in: Pfarrbriefservice.de
Zum Palmsonntag - Einstieg in die heilige Woche
Zur musikalischen Einstimmung auf die Karwoche: Johann Sebastian Bach, Himmelskönig, sei willkommen (BWV 182), Uraufführung in der Weimarer Schlosskapelle 1714.